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Artikel im Test

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Kalebassen aus Kürbis (Flaschenkürbis) 

Bisher hatten wir unsere Kürbis-Kalebassen immer nur aufs Camp mitgenommen. Sie hingen im Tipi oder in der Lodge, waren aber einfach zu klein (2-3 Liter Fassungsvermögen) und man musste ständig Wasser holen gehen oder 4-5 Stück haben, für genügend Vorrat. Allerdings haben wir festgestellt, dass das Wasser schön kühl und frisch bleibt, auch wenn es heiß ist.
Beim Zusammenstellen unserer Ausrüstung für das Thüringer Wald-Rendezvous 2007 (es sollte eine angemessene Strecke nach Karte zu einem ausgemachten Standort zurückgelegt werden, eine Nacht dort verbracht werden und am nächsten Tag wieder zurück), stellte sich jedoch die Frage nach einem geeigneten Gefäß für Wasser.  Es sollte auf jeden Fall nicht schwerer sein, als der Inhalt. Nicht zu groß und nicht zu klein. Da unsere Truppe aus 3 Personen bestand (Pete, Sylvie und MCLine), teilten wir unsere Ausrüstung auf  drei Personen auf . Pete und  Björn (McLine) bekamen das verpackte Gepäck (Rückentragen) und Sylvie den Proviant und die benötigten Dinge für Unterwegs (das die mal keiner klaut !).

Ihre Idee, die Kalebasse mit 3 l Fassungsvermögen (Pro Person 1 l mit Nachfüllmöglichkeiten unterwegs und am Lagerort) erwies sich im Nachhinein als „Glücksgriff“. Da Sylvie das lebende Proviantlager für unterwegs war, wollte sie die Kalebasse griffbereit am Handgelenk tragen, was die anderen jedoch als problematisch ansahen, wegen dem Einschneiden in die Haut und so. Sie schlang also gegen unsere Einwände die Tragschlaufe oberhalb des Handgelenkes um den Arm und hielt mit der Hand beide Enden zusätzlich fest, um das Gewicht zu verteilen. Und sie trug die Flasche wirklich über die ganzen Kilometer bis zum vereinbarten Treffpunkt so, ohne eine Beschwerde! Natürlich wurde das Wasser auch im Laufe der Strecke weniger und somit auch das Gewicht. Wir stellten weiter fest (es waren 28-30 Grad), dass das Wasser in der Flasche bis zum Schluss frisch blieb und schön kühl.

Die Flasche bleibt auf jeden Fall dicht, auch der Korken. Durch das geringe Eigengewicht der Kalebasse und das Fassungsvermögen von 2-3 Litern, ist es die ideale Wasser-Transportmöglichkeit für unterwegs. Im Camp macht so eine Flasche zudem auf jeden Fall eine bessere Figur, als ein Plastik-Kanister und das Wasser bleibt zum Trinken auf alle Fälle frischer darin.

Kleiner Tipp: nach jedem Camp die Kalebasse mal von innen trocken legen. Und nur für Wasser benutzten, da in anderen Getränken Fruchtsäuren und Kohlensäuren die Kürbis-Schale angreifen würden!!! Achtung, die Kürbis-Kalebassen sind nicht in jedem Falle Bruchfest. Es passiert schon mal, dass beim Aufschlagen auf harte Böden oder Gegenstände etwas abbricht oder die Flasche ganz zerbricht.

 

Buttern  mit unseren Holzartikeln

Die meiste Zeit, wenn wir auf irgend welchen Treffen waren, habe ich mir überlegt, was man so sinnvolles machen könnte, außer das Übliche

Bis ich in einem Haufen von irgendwelchen Holzartikeln beim Flohmarkt ein Butterfass entdeckte, es war zwar nicht mehr funktionstüchtig, aber es hat mich inspiriert mich um zusehen nach geeigneten Artikeln.

Zu guter letzt fand ich auch einen Hersteller, der funktionstüchtige Holzartikel für einen sehr guten Preis anbot.

Ich erinnerte mich wie meine Oma, die aus dem Sudetenland stammte einmal erzählte, wie sie auf ihrem Bauernhof  für die Familie Butter hergestellt hat.

Ich besorgte mir einige Bücher über das Buttern.

Natürlich wollte ich mich nicht gerade auf dem ersten Westerntreffen blamieren, so besorgte ich mir erst einmal Rahm aus der Kaufhalle, und versuchte es im Stillen auf unserem Gelände im Saloon. Natürlich vergas ich das Fass zuerst einige Stunden zu wässern wegens dem Aufquilleffeckt. Dies hatte zur Folge, wie ihr euch schon Denken könnt das der Rahm aus den Fugen auf den Boden lief, zum Ärger meiner Frau.

Es funktionierte, aber danach war ich Flügellahm, 4Std. ununterbrochen bis auf einpaar kleine Pausen immer die gleiche Bewegung auf und nieder.

Das Fass fasst 2,5 Liter Rahm, man sollte es aber nicht ganz voll machen, da sonst der noch flüssige Rahm aus dem Deckel spritzt, sowie bei meinem ersten Versuch.

Auch sollte man etwas Salz hinzugeben, welches neben dem Geschmack, die Butter länger haltbar macht.

Im Gegensatz zu der Butter die man in der Kaufhalle erwerben kann schmeckte die selber gemachte vorzüglich. Wir aßen nur noch Brot mit Butter, ohne Belag.

 

Pete`s Bedienungsanleitung zum Buttern

  1. Butterfass mindestens 1 Stunde wässern, gegebenen falls bis kein Wasser mehr aus den Ritzen läuft.
  2. Rahm einfüllen ca. 1,5 Liter, nach dem er über Nacht etwas angesäuert ist
  3. Etwas Salz je nach Geschmack hinzufügen, oder die Butterform in Salzwasser wässern. Letzteres empfehlenswert.
  4. Den Rahm solange auf und nieder stoßen, bis er die Zähigkeit von fertiger Butter erreicht hat ca. 4 Std.
  5. Übriggebliebende Flüssigkeit aus dem Fass schütten
  6. Die Butter, die noch zuviel Flüssigkeit hat in ein Presssäckchen füllen und solange auspressen, bis keine Flüssigkeit mehr da ist.
  7. Butterform, die in kaltem klaren Wasser sich befindet ( zwingend kalt, da sonst die Butter nicht heraus geht) herausnehmen und die Butter einfüllen in der Mitte etwas mehr auffüllen.
  8. Die Form mit der Butter kräftig auf einem Frühstücksbrett pressen (abstreichen).
  9. Form umdrehen und auf den Rand klopfen, damit die fertige formierte Butter heraus fällt, das erfordert etwas Übung.
  10. Lagern von Butter wärend eines Treffens, Holzeimer mit  Deckel in klarem kaltem Wasser, oder Gurkentopf mit Deckel. Bleibt fest und frisch.

Wichtig! bei heißem Wetter sollte man an einem kühlen Ort buttern, da die Butter bei Hitze nicht gelingt.

Coffee-Boiler

Bei unseren Wanderungen (in historischer Kleidung und Ausrüstung), fehlte uns noch ein leichter Allzwecktopf. Verschiedene Töpfe wurden bereits in der Reenactor-Szene angeboten.

Es gab aber keinen, der sich halbwegs zum ständigen Gebrauch eignete. Die meisten dieser Töpfe waren nach einmaligem Gebrauch nicht mehr verwendbar. Auch stimmten sie nicht mit den Originalen überein.

Den Allzwecktopf (Coffee-Boiler 1 L ca. 314 g absolut korrekte Replika, sehr stabil ) über den ich heute berichten möchte, haben wir auf Herz und Lunge getestet bei unserem Thüringer Wald-Rendezvous 2008. Der Topf ist mit seinen 314 g sehr leicht und daher ideales Gepäck für kilometerreiche Fußmärsche, Kanu-Fahrten oder Wanderritte.

Bei unserer Wanderung haben wir neben heißem Wasser, Tee, Kaffee, Eier auch Suppe darin gekocht, funktioniert bestens. Auch kann man hier mal ein Bier einfüllen. Durch den Deckel sind die Getränke sicher vor lästigen Insekten.

Da wir in absehbarer Zeit eine Kanu-Tour, mit anschließender Wanderung über 2 Tage bis zum Rendezvous in der Zeit ca. 1760 planen,  werden schon jetzt alle Gegenstände, die wir hier für benötigen, auf Leichtigkeit und Vielfältigkeit zusammengetragen und geprüft.

Handhabung:

Vor dem ersten Gebrauch sollte man den Topf auskochen und anschließend noch mal mit Spülmittel reinigen. Erst dann kann man sicher sein, dass sich kein Flussmittel mehr im inneren des Topfes befindet.

Den Topf niemals ohne Flüssigkeit aufs Feuer stellen, da sonst die Lötstellen wieder flüssig werden und somit der Topf  undicht wird, oder gar auseinander fällt.

Nach dem Gebrauch sollte man den Topf immer reinigen und trocken reiben. Nach längerem Nichtgebrauch mit etwas Speiseöl innen einreiben, verhindert die Rostbildung (Rostbildung entsteht beim Löten durch das Flussmittel das eine ätzende Wirkung hat).

Hängt man den Topf über ein Lagerfeuer, so wird das Äußere verrußt, sollte man so lassen und mit etwas Speise- Öl versiegeln, so entsteht eine natürliche Patina, die das Verrosten von außen an den Lötstellen verhindert.

Den Coffee-Boiler gibt es auch in der Kupfervariante ( ca. 463 g ).

Bei richtiger Behandlung hält der ewig. Sehr ordentliche Verarbeitung.

Bier und Wein schmecken sehr gut daraus, wie auch alles Andere.